Sanierungspflicht bei Eigentumswechsel?

Wer wann und wie nachrüsten muss, regelt die Energieeinsparverordnung (EnEV), im Paragraph 10 Abs. 4 der EnEV.

Wann muss saniert werden?

Bei Wohngebäuden mit nicht mehr als zwei Wohnungen, von denen der Eigentümer eine Wohnung am 1. Februar 2002 selbst bewohnt hat, sind die Pflichten zur energetischen Sanierung innerhalb von zwei Jahren nach Eigentumswechsel(Eintragung ins Grundbuch) zu erfüllen.

Die Energieeinsparverordnung verpflichtet Käufer also unter Umständen zur Nachrüstung.
Mit einer Ausnahme:
Wer sein Haus vor Februar 2002 selbst nutzte, musste nichts tun.
Damit will der Gesetzgeber ältere Eigentümer wirtschaftlich schonen.

Wer muss sanieren?

Aber die Pflicht zur Nachrüstung ist nur aufgeschoben und trifft den nächsten Eigentümer. Möglicherweise die heutigen Kaufinteressenten.
Wer ein Gebäude neu erwirbt, das nicht die Anforderungen der EnEV erfüllt, muss innerhalb von zwei Jahren nach dem Kauf energetisch sanieren.
Auch Erben sind von dieser Regelung in vollem Umfang betroffen!

Was muss saniert werden ?

Dachdämmung

Der Hauskäufer hat die Pflicht, entweder die oberste Geschossdecke oder das Dach eines Altbaus zu dämmen. Der Wärmedurchgangskoeffizient darf danach nicht über 0,24 Watt pro Quadratmeter und Grad Kelvin liegen.

Ist der Mindestwärmeschutz nach DIN 4108-2 der obersten Geschossdecke im Altbau erfüllt, muss der Käufer nicht neu dämmen.
Diese Norm ist erfüllt, wenn das Haus einen R-Wert (Wert des Wärmedurchlassungswiderstandes) von 0,90 Watt pro Quadratmeter hat.
Das gilt aber nur für Bauteile, die pro Quadratmeter mehr als 300 Kilogramm wiegen. Das entspricht einer Stahlbetondecke.
Für alle anderen Geschossdeckenecken gilt laut DIN 4108-2 ein Wert von 1,57, was in etwa einer sieben Zentimeter dicker Mineralwolle entspricht.
Ausnahmen:
Häuser, die unter Denkmalschutz stehen.
Immobilien, die für weniger als vier Monate im Jahr auf über 19 Grad beheizt werden.

Heizkessel

Hauseigentümer müssen gemäß den Regelungen des GEG ältere Heizkessel erneuern.
Das betrifft Heizkessel, die bis Ende des Jahres 1984 eingebaut wurden. Heizkessel, die ab 1985 eingebaut wurden, dürfen nur noch maximal 30 Jahre in Betrieb sein.

Ausnahmen:

Niedrigtemperatur-Heizkessel, Brennwert-Heizkessel und Heizungsanlagen mit Nennleistung unter vier Kilowatt oder über 400 Kilowatt dürfen weiterhin betrieben werden.

Leitungen

In unbeheizten Räumen müssen alle Leitungen, Formstücke und Armaturen, die Wärme führen, gedämmt sein. Das betrifft unter anderem Heizungsrohre und Warmwasserrohre im Keller. Die Dicke der Dämmung der Rohren, hängt vom Innendurchmesser der Rohre und der Wärmeleitfähigkeit des Dämmstoffes ab. Der Hauskäufer muss auch in diesem Fall innerhalb von zwei Jahren nachrüsten.

Den Kosten, die durch diese Maßnahmen entstehen, stehen u.U. staatliche Förderungen gegenüber, wodurch sich der finanzielle Aufwand für den neuen Hausbesitzer deutlich erschwinglicher darstellt.

Wir empfehlen, in jedem Fall einen zertifizierten Energieberater zu konsultieren.

Weitere hilfreiche Informationen erhalten Sie bei:

  • bei den Verbraucherberatungen
  • www.bafa.de
  • www.kfw.de

Hier erhalten Sie auch wichtige Informationen über weitere zuschussfähige energetische Maßnahmen, die den Wert Ihrer Immobilie erheblich aufwerten und eine nachhaltig höhere Netto-Miete erzielen lassen.

Bereits bei der Erstbesichtigung der Immobilie wird Ihnen durch den Eigentümer oder den Immobilienmakler der Energieausweis vorgelegt.
Auch hieraus ergeben sich erste Hinweise auf den energetischen Zustand des Hauses und empfohlene energiesparende Maßnahmen.

  4. März 2021
  von: admin_wi
  Kategorie: Allgemein

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